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Kinostart 06. Dezember 2007

Protagonisten

Dr. İsmail BEŞİKÇİ

ist einer der wichtigsten Wissenschaftler und Intellektuellen der Türkei. Er hat schon zu Beginn seines wissenschaftlichen Werdeganges, als das Thema noch ein Tabu war, über die Existenz des kurdischen Volkes geschrieben.
Geboren ist er 1939 in Corum in Zentralanatolien. Als er im Jahre 1962 an der Atatürk Universität in Erzurum an der soziologischen Fakultät assistierte, wurde er in das kurdische Gebiet geschickt, um seinen Militärdienst zu leisten. Dort wurde er mit der kurdischen Realität konfrontiert. Seitdem hat er sich dem Thema „Kurden“ angenommen und darüber mehr als 30 wissenschaftliche Bücher geschrieben. Der Preis dafür war allerdings sehr hoch und grausam zugleich. Gegen ihn wurden wegen der Veröffentlichungen und Äußerungen zu der kurdischen Realität und der kemalistischen Staatsideologie über 200 Gerichtsverfahren eingeleitet. Er saß mit kurzen Unterbrechungen insgesamt 17 Jahre im Gefängnis. Wie oft er von der Polizei abgeholt und verhört wurde, erinnert er sich nicht mehr. Seine Verleger und Verteidiger mussten ins Ausland fliehen, weil sie politisch verfolgt wurden. Aber er blieb fest entschlossen und hat im Gefängnis und später zu Hause seine Forschungsarbeiten über die Kurdische Frage weitergeführt. Heute lebt er in Ankara.

BERIWAN

Ex-Guerrillakämpferin, stammt aus Cizre im kurdischen Teil der Türkei. Sie hat sich schon im Alter von 14 Jahren der kurdischen Guerrillabewegung angeschlossen. Sie wurde mehrfach verletzt, bevor sie sich nach 10 Jahren in Europa abgesetzt hat.

ABDULKADİR  AYGAN

Ex-Kontra-Guerrilla, stammt aus Urfa, ebenfalls im kurdischen Teil der Türkei, und ist einer der bekanntesten Überläufer der PKK. Während des Militärdienstes auf Zypern ist er aus der Armee geflüchtet und hat sich der PKK angeschlossen. 1985 hat er sich den türkischen Sicherheitskräften ergeben. Unter Anwendung des "Reuegesetzes" kam er 1990 frei. Nach der Entlassung leistete er den restlichen Militärdienst ab und kam später zur siebenköpfigen JITEM-Kadergruppe in Diyarbakir, die durch den Armeeoffizier Ahmet Cem Ersever gegründet worden war. Er war 10 Jahre lang im Dienst des JITEM (Nachrichtendienst und Terrorabwehr der Gendarmerie), der für die zahlreichen politischen Morde an kurdischen Oppositionellen verantwortlich ist. Durch seine Geständnisse wurden einige Morde aufgeklärt, jedoch von den türkischen Behörden nicht strafrechtlich verfolgt. Die Existenz von JITEM wird heute noch vom Staat geleugnet.
Heute lebt er mit seiner Familie im schwedischen Exil.

ULI ÇEKDAR

Ex-Guerrillakämpfer, einer von über 20 Deutschen, die sich im Laufe des türkisch-kurdischen Krieges den Guerrillas angeschlossen haben.
Um dem Wehrdienst zu entgehen, zog er Mitte der achtziger Jahren nach West-Berlin. Dort lernte er viele kurdische Immigranten und Flüchtlinge kennen. Um sich ein Bild vom türkisch-kurdischen Krieg und der deutschen Mitschuld zu machen, ging er 1993 zu der Guerrilla nach Kurdistan und blieb zwei Jahre dort.
Er lebt in Berlin.

ALI YILDIRIM

Ex-Soldat, stammt aus Amasya, einer Provinzstadt in Zentralanatolien. Nach der Grundausbildung wurde er, wie die meisten Soldaten der türkischen Armee, in das Kriegsgebiet nach Türkisch-Kurdistan geschickt.
Heute lebt er in Istanbul.

ORHAN MİROĞLU

stammt aus Mardin/Midyat, im kurdischen Teil der Türkei. Er arbeitete als Lehrer für Literatur an einem Gymnasium in Diyarbakir, als er ein Jahr nach dem Militärputsch 1980 verhaftet wurde. Er saß insgesamt 6 Jahre in dem berüchtigten Militärgefängnis von Diyarbakir, wo die ganze kurdische Opposition inhaftiert war.

Bei einem Attentat durch „JITEM“ ( Nachrichtendienst und Terrorabwehr der Gendarmerie) auf den kurdischen Schriftsteller und Intellektuellen Musa Anter wurde er schwer verletzt und war einige Monate gelähmt. Nach seiner Genesung schrieb er das Buch „Dijwar“ über das Attentat und seine Erfahrungen im Gefängnis von Diyarbakir. Dem folgten weitere Bücher über die „Kurdenfrage“. Er ist Mitglied des Vorstandes der prokurdischen Partei der Demokratischen Gesellschaft (DTP) und lebt in Ankara

EYSE SIPENDARIK

Flüchtling, stammt aus einem Dorf in der Provinzstadt Sirnak im kurdischen Teil der Türkei. Als die Dörfer bombardiert wurden, verließ sie die Türkei zu Fuß über die Grenze in den kurdischen Teil des Irak.
Ihr Ehemann ist vermisst. Ihre zwei Söhne waren bei der Guerilla, wurden verhaftet und sitzen seitdem in türkischen Gefängnissen. Eine ihrer Töchter ist nach wie vor bei der Guerilla. Sie selbst lebt mit 12 Tausend weitere Kurden im Flüchtlingslager Maxmur im Irak, und wartet darauf, eines Tages doch noch in ihr Heimatdorf zurückzukehren.


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